Der Fachkräftemangel ist eine der größten Herausforderungen für Unternehmen in Deutschland. Gesetzliche Änderungen, insbesondere im Bereich der Fachkräfteeinwanderung, spielen dabei eine entscheidende Rolle. Seit der Reform des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes (FEG) im November 2023 und den weiteren Anpassungen im März 2024 haben sich die Rahmenbedingungen für die Beschäftigung von Fachkräften aus dem Ausland deutlich verbessert. In diesem Artikel beleuchten wir, welche konkreten Neuerungen es gibt, wie sie den Arbeitsmarkt beeinflussen und welche Chancen sich daraus für Arbeitgeber ergeben.
Wichtige gesetzliche Änderungen im Überblick
Die jüngsten Anpassungen im Fachkräfteeinwanderungsgesetz sollen gezielt dazu beitragen, den Fachkräftemangel zu bekämpfen und den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern. Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Erleichterter Zugang für Fachkräfte mit Berufsausbildung: Personen mit einer anerkannten Berufsausbildung können einfacher nach Deutschland kommen und hier arbeiten.
- Erleichterter Zugang ohne formale Anerkennung: Auch Fachkräfte mit relevanter Berufserfahrung, aber ohne formale Anerkennung ihrer Qualifikation, haben verbesserte Chancen, wenn bestimmte Gehaltsgrenzen erfüllt werden.
- Chancenkarte: Ermöglicht die Einreise zur Arbeitsplatzsuche mit Option auf Nebenbeschäftigung.
- Erleichterte Anerkennung ausländischer Abschlüsse: Das Anerkennungsverfahren kann nun auch direkt in Deutschland durchgeführt werden.
- Wegfall der Vorrangprüfung: Beschleunigt den Einstellungsprozess erheblich.
- Sonderregelungen für IKT-Fachkräfte: Erleichterungen auch ohne formalen Abschluss bei nachgewiesener Berufserfahrung.
- Westbalkanregelung: Entfristet und Kontingent erhöht.
- Erweiterte Arbeitsmöglichkeiten bei Bildungsaufenthalten: Mehr Arbeitszeit für Personen in Ausbildung, Studium oder Sprachkurs.
- Vereinfachte Niederlassungserlaubnis: Für hochqualifizierte Fachkräfte schon nach 3–4 Jahren möglich.
Auswirkungen auf den Fachkräftemarkt
Diese Gesetzesänderungen wirken sich unmittelbar auf den Fachkräftemarkt aus. Unternehmen profitieren von einem größeren Pool an qualifizierten Bewerbern, insbesondere in Branchen mit akutem Fachkräftemangel. Gleichzeitig steigt der internationale Wettbewerb um Talente, weshalb ein schneller, transparenter und wertschätzender Bewerbungsprozess wichtiger ist denn je.
Besonders relevant ist, dass die Erleichterungen nicht nur auf akademische Berufe abzielen, sondern auch auf qualifizierte Fachkräfte mit Berufsausbildung. Damit eröffnen sich für viele mittelständische Unternehmen neue Möglichkeiten, um dringend benötigte Positionen zu besetzen.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Welche Branchen profitieren besonders von den neuen Regelungen?
Vor allem Branchen mit hohem Fachkräftemangel wie Pflege, Handwerk, Gastronomie und IT.
Wie funktioniert die Chancenkarte?
Die Chancenkarte basiert auf einem Punktesystem, das Qualifikationen, Berufserfahrung, Sprachkenntnisse und Alter berücksichtigt.
Was bedeutet der Wegfall der Vorrangprüfung für Arbeitgeber?
Er beschleunigt den Prozess, da nicht mehr geprüft wird, ob bevorrechtigte inländische Bewerber verfügbar sind.
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