Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) gilt als eines der zentralen politischen Instrumente gegen den Fachkräftemangel in Deutschland. Es soll den Zuzug qualifizierter Fachkräfte aus Drittstaaten erleichtern, Verfahren beschleunigen und Unternehmen mehr Planungssicherheit geben. Doch wie funktioniert das Gesetz tatsächlich in der Praxis – und wo liegen Chancen und Herausforderungen für Unternehmen, die dringend qualifizierte Mitarbeitende suchen? Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Auswirkungen des FEG aus der Perspektive der FACHKRAFT®-Strategie.
1. Erleichterungen bei der Blauen Karte EU
Eine der zentralen Änderungen betrifft die Blaue Karte EU, die nun unter erleichterten Bedingungen erteilt wird – insbesondere für IT-Fachkräfte und Berufe, die offiziell als Mangelberufe gelten. Die Absenkung der Gehaltsgrenzen erleichtert es Unternehmen, auch jüngere oder weniger erfahrene Fachkräfte einzustellen, sofern sie über die nötige Qualifikation verfügen.
2. Vereinfachte und digitalisierte Verfahren
Das FEG hat wesentliche Verfahrensschritte zur Einreise und Aufenthaltserlaubnis vereinfacht und teilweise digitalisiert. Dadurch sollen Anträge schneller bearbeitet und Wartezeiten verkürzt werden. Gerade in Branchen mit akutem Fachkräftemangel ist dies ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.
3. Anstieg der Erwerbsmigration
Seit Inkrafttreten des Gesetzes am 1. März 2020 ist die Zahl der Erwerbsmigranten aus Drittstaaten gestiegen. Auch wenn die exakten Statistiken schwer zu erfassen sind, zeigt sich in der Praxis, dass Unternehmen verstärkt internationale Talente ansprechen – besonders in den Bereichen Pflege, Handwerk, IT und Ingenieurwesen.
4. Attraktivität für Studierende und Auszubildende
Neben berufserfahrenen Fachkräften zielt das Gesetz auch auf Studierende und Auszubildende ab. Erleichterungen bei Werkstudententätigkeiten und Möglichkeiten zur Ausbildungsplatzsuche sollen Deutschland als Studien- und Ausbildungsstandort attraktiver machen. Das eröffnet Unternehmen neue Chancen, Talente schon früh an sich zu binden.
5. Herausforderungen in der Umsetzung
Trotz der Fortschritte gibt es weiterhin Hürden: Die Anerkennung ausländischer Abschlüsse bleibt ein komplexer und oft langwieriger Prozess. Auch die Kapazitäten der Behörden sind vielerorts nicht ausreichend, um die steigende Nachfrage zügig zu bearbeiten. Unternehmen müssen daher oft zusätzlich selbst aktiv werden, um ihre künftigen Fachkräfte zu unterstützen.
Die wichtigsten Praxis-Auswirkungen im Überblick
- Vereinfachte Einreiseverfahren und kürzere Bearbeitungszeiten
- Abgesenkte Gehaltsgrenzen für die Blaue Karte EU
- Mehr Bewerberpotenzial in Mangelberufen
- Neue Möglichkeiten zur Ansprache von Studierenden und Auszubildenden
- Weiterhin Herausforderungen bei der Anerkennung von Abschlüssen
FAQ: Fachkräfteeinwanderungsgesetz in der Praxis
Wie hilft das FEG gegen den Fachkräftemangel?
Es erweitert den Kreis der einwanderungsberechtigten Fachkräfte, vereinfacht Verfahren und beschleunigt Einstellungsprozesse.
Welche Branchen profitieren besonders?
Vor allem Pflege, Handwerk, IT, Ingenieurwesen und andere Mangelberufe.
Gibt es noch Hürden?
Ja, insbesondere die Anerkennung ausländischer Abschlüsse und die teils langen Bearbeitungszeiten.
Wie können Unternehmen profitieren?
Durch aktive Ansprache internationaler Fachkräfte, Unterstützung bei Formalitäten und Nutzung digitaler Recruiting-Strategien.
Fazit
Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz ist ein wichtiger Baustein zur Bekämpfung des Fachkräftemangels. Es hat den Zugang zu internationalen Talenten vereinfacht und die rechtlichen Rahmenbedingungen verbessert. Dennoch hängt der tatsächliche Erfolg stark von der konsequenten Umsetzung, der Digitalisierung der Verfahren und der Bereitschaft der Unternehmen ab, neue Wege im Recruiting zu gehen.
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